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Hasenhüttl: ,,Werner wird ein ganz großer Spieler“

1899-Coach Julian Nagelsmann (r.) und Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl beim Sky-Stadiontalk vor dem Spiel in der Red Bull arena am 28. Januar 2017 (2:1). Foto: PICTURE POINT / Roger Petzsche.

Round-up zum 22. Spieltag in der Bundesliga – innerhalb der Berichterstattung vollzieht sich das seit Jahren in der Talksendung SKY 90. Moderator Patrick Wasserziehr (50) begrüßte am Sonntagabend im Studio in München u. a. RBL-Trainer Ralph Hasenhüttl und Guido Schäfer (52), Ex-Profi beim 1. FSV Mainz 05 und heute Chefreporter der Leipziger Volkszeitung (LVZ).

Schäfer zum Hand-Tor von Gladbachs Lars Stindl (28) beim Sonntagsspiel in Ingolstadt: „Ich bin nur froh, dass nicht Timo Werner das Tor gemacht hat, sonst hätten wir wieder eine achtwöchige Diskussion um den bösen Werner – so ist es der liebe Stindl. Wenn dem Timo Werner so ein Ding unterläuft und der Schiedsrichter gibt das Tor, dann haben wir wieder die Diskussion um seine Person und seinen Charakter. Seit seiner Schwalbe gegen Schalke mag man ihn ja nicht mehr, ich persönlich mag ihn immer noch. Wir sind 1974 und 1990 durch eine Schwalbe Weltmeister geworden, das darf man ruhig mal einstreuen.“

Hasenhüttl zur Champions League: ,,Wir sind nicht der FC Bayern“

Hasenhüttl: ,,Man muss Timo Werner – er spielt seit drei Jahren Bundesliga – und er wird für jedes Vergehen unter die Lupe genommen, da muss man einfach ein bisschen vorsichtig sein. Mit der Fairness-Diskussion stellen wir einen Spieler an die Wand, der nicht immer in die Verantwortung genommen werden kann. Der einzige, der im Fall Stindl entscheiden kann, ist der Schiedsrichter.“ Hasenhüttl mit Blick auf das Ergebnis im zweiten Sonntagsspiel zwischen dem FC Schalke 04 und 1899 Hoffenheim (1:1) und zehn Punkten Vorsprung auf die auf Rang vier stehenden Kraichgauer: „Es ist schön, dass wir so viele Punkte Vorsprung haben, wenn wir Bayern München wären, könnten wir wahrscheinlich für die Champions League planen. Wir sind aber nicht Bayern, sondern RB Leipzig, auf den noch viel Arbeit warten. Aber: Wir haben eine sehr gute Ausgangsposition und wir wollen diesen Vorsprung halten.“ Zur Meisterfrage: „Meister werden darf in Deutschland eigentlich nur der FC Bayern und ich muss immer schmunzeln, wenn ich sehe, wie so Krisen bei den Münchnern aussehen. Das ist immer beeindruckend. Wir wollen uns vor allem als Mannschaft weiterentwickeln.“

,,Timo Werner hat einen wahnsinnigen Weg vor sich“

Dass Timo Werner nach seiner Schwalbe beim 2:1 gegen den FC Schalke 04 zum Buhmann einer ganzen Fußballnation wurde, will der Österreicher so nicht hinnehmen. „Wenn ich ganz böse sein will, muss ich sagen, dass es für einen Tritt auf den Fuß schon Rot gegeben hat“, kommentierte Hasenhüttl eine andere „Aufreger-Szene“ mit dem angeblichen Faller von Werner in Mönchengladbach (2:1) gegen Tony Jantschke, „hier wird diskutiert über einen Timo Werner, der dann hinfällt und es wird versucht, ihm nach Abpfiff noch eine reinzuwürgen. Dieser Diskussion kann ich nicht folgen, der Bursche hat 13 Tore geschossen, er ist 20 Jahre alt, hat einen Fehler gemacht und ich finde es sensationell, wie er mit der Situation generell umgeht. Er hat eine unglaubliche Mentalität – und er hat einen wahnsinnigen Weg vor sich. Er wird ein großer Spieler.“

Hasenhüttl stellte klar: „Jeder soll es selber beurteilen, ob hier überzogen wird oder nicht.“ BR-Reporterlegende Markus Othmer (51): „Die Kombination Schwalbe plus Werner spielt bei RB Leipzig führt im Moment zu einer Explosion – vor allem in den sozialen Netzwerken. Das ist gegenüber Timo Werner sehr ungerecht, ist aber Gegenstand einer generellen Fußball-Debatte.“ Schäfer dazu: „RB Leipzig ist ein Stück weit zu erfolgreich, sie spielen einen Fußball, der sensationell ist, den man so zuletzt bei Jürgen Klopp oder 2008 in Hoffenheim bei Ralf Rangnick gesehen hat. Das gefällt manchem nicht, RB Leipzig darf sich keine Angriffsfläche aufmachen und deshalb reitet man gern auf diesem Elfmeter gegen Schalke herum.“

Weder wollte Hasenhüttl seinen Stürmer als „Symbolfigur für die Ablehnung von RBL“ sehen, noch sieht er den Neuling als generell abgelehnt an: „Man muss sehen, wie Timo mit dieser Situation umgeht, das macht einen Spieler aus – und deshalb prophezeie ich ihm eine große Karriere. Viele Menschen in Deutschland lieben unseren Fußball, sie sehen uns gern zu – unsere Fans in Leipzig sind extrem euphorisiert. Der Fußball, den wir im Moment zeigen, spricht für sich und ist eine Bereicherung für diese Liga.“




Über den Redakteur

Carsten Germann

Carsten Germann ist studierter Medienwissenschaftler und Germanist. Seit 1. Januar 2017 betreut er den Bullenblog als leitender Redakteur. Zudem schreibt der Wahl-Hamburger als freiberuflicher Sportjournalist für BWIN Fußball, SPORT BILD und WahreTabelle, ist zudem Autor mehrerer Bücher über die Fußball-Bundesliga und die englische Premier League.

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