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Meinung: ,,Schwalben-Kongress“ hilft nicht!

,,Ich hab nichts gemacht", scheint Leipzigs Timo Werner (l.) in Gladbach zu beteuern. Gegen Köln geriet der Stürmer wieder in die Kritik... Foto: PICTURE POINT / Roger Petzsche.

Zwei Spiele, zwei Siege gegen Borussia Mönchengladbach (2:1) und den 1. FC Köln (3:1) – aber auch zwei Mal Kritik an Sturmbulle Timo Werner (20). Schon im Borussia-Park mahnte RBL-Trainer Ralph Hasenhüttl (49) die anwesenden Medienvertreter, mit dem Thema ,,Timo Werner“ vorsichtig umzugehen.

Sein Trainerkollege Dieter Hecking (52) forderte indes mehr Verantwortungsbewusstsein unter den Bundesliga-Übungsleitern: ,,Es liegt an uns Trainern, dieser Unsitte Einhalt zu gebieten“, meinte der Pokalsieger-Coach von 2015 über die Szene mit Werner und Gladbachs Tony Jantschke in der Nachspielzeit der Partie in Gladbach, ,,ich will anregen, dass wir Trainer da auf unsere Profis einwirken, die Schwalben zu unterlassen und wirklich nur noch bei Verletzungen liegen zu bleiben.“ Ein ,,Schwalben-Kongress“, wie die Fußball BILD diesen Vorstoß nannte, unter den Trainern also?

Einspruch! Die Debatte um die ,,Schwalben-Liga“, aktuell wieder festgemacht am Leipziger Top-Stürmer Timo Werner, ist so alt wie der Fußball selbst und sie ist von einer unglaublichen Doppelmoral geprägt!

Denn: Es kann ein Trainer noch so sehr an seine Spieler appellieren, letztlich liegt es doch immer am Profi selbst, eine ,,Schwalbe“ beim Schiedsrichter zuzugeben. Wer will das bestimmen? Der Verein? Der Trainer?

Schwalben-Diskussion ist so alt wie der Fußball!

Wenn es sich dann um ein Spiel handelt, indem es um alles oder nichts geht, etwa im Abstiegskampf um die blanke Existenz haben es sich Spieler immer zwei Mal überlegt, ob sie Fairplay über den Opportunismus stellen. Und sie werden es weiter tun!

Die Ausnahmen – Der heute für den HSV spielende Aaron Hunt gab 2014 im Dress von Werder Bremen im Spiel beim 1. FC Nürnberg (2:0) eine Schwalbe zu – sind dünn gesät.

,,Wir sollten hier keine Moral-Debatte eröffnen“, sagte Europameister Thomas Strunz (48) am Sonntag in SPORT 1 zu diesem Thema, ,,wir sind 1974 und 1990 auch Weltmeister geworden, weil zwei Spieler einen Faller hingelegt haben (Bernd Hölzenbein und Rudi Völler, d. Red.) – und das wurde hinterher als clever ausgelegt.“

Cleverness ist eben auch nicht immer das, was wir dafür halten…




Über den Redakteur

Carsten Germann

Carsten Germann ist studierter Medienwissenschaftler und Germanist. Seit 1. Januar 2017 betreut er den Bullenblog als leitender Redakteur. Zudem schreibt der Wahl-Hamburger als freiberuflicher Sportjournalist für BWIN Fußball, SPORT BILD und WahreTabelle, ist zudem Autor mehrerer Bücher über die Fußball-Bundesliga und die englische Premier League.

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