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Wendt: „Es hätte nicht angepfiffen werden dürfen“

Vor dem Spiel gegen Leipzig: Blick in den Signal Iduna Park. Foto: Markus Laue / Der Bullenblog.

Borussia Dortmund muss nach den Vorkommnissen rund um das Bundesliga-Topspiel gegen RB Leipzig (1:0) mit Sanktionen durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) rechnen. Nach Pyro-Attacken beim Pokalfinale im Mai 2016 gegen den FC Bayern München in Berlin war der Verein bereits zu einer Geldstrafe von 75.000 Euro und einer Bewährungsfrist bis 31. Mai 2017 für seine in Misskredit geratenen Fans verurteilt worden. In einem „schwerwiegenden Wiederholungsfall“, so der DFB damals, musste der BVB mit einem Heimspiel unter teilweisem Ausschluss der Öffentlichkeit rechnen. Diese Sanktion scheint nun möglich.

Rainer Wendt, Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, erhob überdies schwere Vorwürfe gegen den BVB: „Das Spiel hätte schon gar nicht angepfiffen werden dürfen, wenn auf einem Schild steht, dass man Pflastersteine auf Polizisten werfen will“, sagte der Polizeichef der BILD-Zeitung (Montagsausgabe). Wendt weiter: „Es ist im Stadion die Aufgabe des Vereins, dafür zu sorgen, dass solche Plakate nicht gezeigt werden dürfen.“ Offenbar waren Transparente in Einzelteilen durch die Sicherheitsschleusen geschmuggelt und erst im Stadion zusammengesetzt worden.

Darüber hinaus kritisierten Fanclubs von RB Leipzig am Montag in einem Offenen Brief, der auch bei Der Bullenblog vorliegt, das BVB-Sicherheitskonzept. In einer Stellungnahme an DFB, Deutsche Fußball Liga und die Dortmunder schrieb der Fanclubverband des Liga-Neulings: „Wir Fans von RB Leipzig sind seit Jahren Einiges gewohnt, aber was in Dortmund los war, war bisher unerreicht!“ Ein Sicherheitskonzept sei zu „keiner Zeit zu erkennen“ gewesen. Mit Bussen angereiste Besucher seien überfallen, geschlagen und deren Eintrittskarten gestohlen worden.

Zudem wurden aus der Leipziger Anhängerschaft, unter anderem vom RBL-Fanclub Bornaer Bullen, Vorwürfe gegen Hans-Joachim Watzke erhoben. Der BVB-Geschäftsführer habe in der Vergangenheit mit wiederholten Verbalattacken gegen das von einem Großsponsor getragenen RB-Konzept zur Emotionalisierung beigetragen und damit für eine zusätzliche Überhitzung des Klimas im Vorfeld der Partie gesorgt.

Auch in der Landespolitik in Nordrhein-Westfalen lösten die Ausschreitungen eine Debatte aus. Die CDU-Opposition will NRW-Innenminister Jäger zum Polizeieinsatz befragen. „Diese Gewaltexzesse sind inakzeptabel. Wir dürfen die Stadien nicht den Chaoten überlassen“, sagte der innenpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Theo Kruse, am Montag. Der Landtags-Innenausschuss solle Jäger darlegen, welche Risikoeinstufung das Spiel hatte und wie der Kräfteeinsatz war.




Über den Redakteur

Carsten Germann

Carsten Germann ist studierter Medienwissenschaftler und Germanist. Seit 1. Januar 2017 betreut er den Bullenblog als leitender Redakteur. Zudem schreibt der Wahl-Hamburger als freiberuflicher Sportjournalist für BWIN Fußball, SPORT BILD und WahreTabelle, ist zudem Autor mehrerer Bücher über die Fußball-Bundesliga und die englische Premier League.

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