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Analyse: So zwang der „Dino“ die Roten Bullen in die Knie

Alles umsonst?: Die Roten Bullen, hier mit (v. l.) Naby Keita, Kapitän Willi Orban und Marcel Halstenberg gegen den HSV, könnten am Saisonende mit leeren Händen dastehen. Archivfoto: PICTURE POINT / Sven Sonntag.

0:3 gegen den Hamburger SV, die erste Heimpleite in der Fußball-Bundesliga für die Roten Bullen perfekt – der Samstag war für die Leipziger ein gebrauchter Tag. Die Oberschenkelverletzung von Yussuf Poulsen (Muskelbündelriss, sechs Wochen Pause) war für Coach Ralph Hasenhüttl (49) dann „das i-Tüpfelchen an einem Tag, an dem nichts klappte.“

Ja, aber warum eigentlich? Weil der Hamburger SV das von Coach Markus Gisdol (47) praktizierte Umschaltspiel am Samstag fast bis zur Perfektion umsetzte. Mit einem flexiblen 4-2-3-1 mit Bobby Wood als einziger Spitze und Filip Kostic sowie dem überragenden Nicolai Müller (zwei Tor-Vorlagen / BILD am SONNTAG-Note: 1) zogen die Hamburger mit konsequentem Pressing den Roten Bullen den Zahn. Sie verteidigten mit zwei Vierer-Ketten, starteten bei Ballgewinn mit Wood sowie Kostic und Müller in den Halbpositionen immer wieder gefährlich in Richtung RBL-Tor – und sie setzten den Gegner schließlich mit zwei Bilderbuch-Standards schachmatt. Ecke Müller, Kopfball Papadopoulos und Kopfball Walace- und die Partie war zur Halbzeit nach diesen Treffern aus der 18. und 26. Minute fast schon entschieden. Wood (17.) und Kostic (27.) hatten weitere hochkarätige Hamburger Chancen, Dennis Diekmeier (83.) vergab mit einem Lattentreffer die vorzeitige Entscheidung, die dann dem ebenfalls eingewechselten Aaron Hunt (90. + 3) bei einem weiteren Konter vorbehalten blieb.

Bei den Roten Bullen blieben fast alle Spieler hinter ihrem Leistungsniveau zurück: Bernardo, Dayot Upamecano (Startelf-Debüt), Marcel Halstenberg, Diego Demme, Marcel Sabitzer, Emil Forsberg und Timo Werner bekamen für ihren Auftritt gegen den HSV allesamt die BamS-Note ,,5“.

Doch es gibt noch mehr Fakten, die diesen unerwartet deutlichen HSV-Sieg verdient erscheinen lassen. Mit 110,5 Kilometern legten die Hamburger die höhere Laufleistung hin als die müde wirkenden Bullen (108), sie zeigten die geringere Fehlpass-Quote (139 / Leipzig: 151) und zeigten sich mit drei Treffern aus elf Torschüssen effektiver als die Sachsen, die 15-mal auf das Tor des gebürtigen Leipzigers René Adler (32) schossen. Da nützte den Leipzigern die gewohnt hohe Ballbesitzquote von 68 Prozent recht wenig.




Über den Redakteur

Carsten Germann

Carsten Germann ist studierter Medienwissenschaftler und Germanist. Seit 1. Januar 2017 betreut er den Bullenblog als leitender Redakteur. Zudem schreibt der Wahl-Hamburger als freiberuflicher Sportjournalist für BWIN Fußball, SPORT BILD und WahreTabelle, ist zudem Autor mehrerer Bücher über die Fußball-Bundesliga und die englische Premier League.

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