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BVB droht Sperrung der Südtribüne

Die Protestwelle gegen RB Leipzig erreichte in Dortmund eine neue Dimension und einen absoluten Tiefpunkt. Foto: PICTURE POINT.

Aufarbeitung der Ausschreitungen

Auf allen Ebenen ist die Aufarbeitung der Ereignisse des vergangenen Wochenendes in vollem Gang. Das Spiel fand im Signal Iduna Park statt, Gast waren die Roten Bullen aus Leipzig. Vor dem Spiel kam es zu Übergriffen auf die Leipziger Anhängerschaft, im Stadion war nahezu die ganze Südtribüne mit mehr als geschmacklosen Spruchbändern gegen RasenBallsport und die Polizei eingedeckt.

Nach offiziellen Angaben wurden bereits 32 Strafverfahren eingeleitet, alleine 17 davon aufgrund von Körperverletzungen.

In der Folge wird den Dortmundern, die bereits auf Bewährung spielten, eine Sperrung ihrer Südtribüne angedroht. Das wäre eine schmerzvolle Konsequenz für den Bundesligisten, der gerade für seine stimmungsvolle und farbenfrohe Südtribüne bekannt ist.

Erste Aufklärungserfolge

Bereits am Montag gab die Polizei in Dortmund bekannt, dass eine extra Ermittlungskommission gebildet wird, “die sich in den kommenden Wochen ausschließlich mit der Aufarbeitung des Geschehens beschäftigen wird”. Unter anderem wurden Leipziger Anhänger mit Steinen und Flaschen beworfen, zum ersten Ziel setzte die Polizei die Identifizierung der Täter. Für die Ermittlung schaltete die Polizei Dortmund ein Hinweisportal frei, auf dem Zeugen Bilder und Videoaufnahmen hochladen können.

Zum jetzigen Stand führten die Ermittlungen der Dortmunder Polizei zu 32 eingeleiteten Strafverfahren, darunter 17 wegen Körperverletzung. Im Fokus stehen neben den Übergriffen vor dem Spiel im Stadionumfeld auch die Unmengen an geschmacklosen Spruchbändern in der Südtribüne.
Derzeit prüfe die Staatsanwaltschaft strafrechtliche Relevanz der Spruchbänder.

237 Polizisten waren vor Ort

Am Donnerstag teilte NRW-Polizei-Inspekteur Bernd Heinen mit, es seien vier RB-Fans und vier Polizeibeamte bei den Ereignissen verletzt worden. Unter anderem wurde eine Polizistin durch einen Menschenbiss an der Wade verletzt. Vorwürfe wie unterschätztes Konfliktpotenzial will Heinen abweisen. Es seien mit 237 Polizisten genügend im Einsatz gewesen. Somit waren es mehr als bei den Spielen in Köln (185) und in Leverkusen (87). Dennoch waren es auch deutlich weniger als beim Ruhr-Derby Schalke gegen Dortmund, wo sich mehr als 1.500 Polizisten im Einsatz befanden. Im Gegenzug sprach Heinen von etwa 350-400 gewaltbereiten “Fans” der Dortmunder Utras.

Es dürfe “nicht Ursache und Wirkung verkehrt werden”, so Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger. Es dürften nicht “die Straftäter, die dort prügeln, in den Hintergrund geraten, und in den Vordergrund die Frage, ob Ordner und Polizei vor Ort verantwortlich gewesen sind”.

Auch bestätigte das NRW-Innenministerium einen Bericht der WAZ, nach dem die Bullen im November um mehr Schutz bei den Auswärtsspielen in Dortmund, Mönchengladbach und Gelsenkirchen gebeten haben sollen. “RB Leipzig hatte darum gebeten, den Mannschaftsbus, der schon zweimal angegriffen wurde, in Dortmund umzuleiten. Ob das nun zu weiteren Eskalationen geführt hat, ist Spekulation”, führte Jäger weiter aus.

Sportrechtliche Folgen für den BVB

Im sportrechtlichen Bereich drohen Dortmund nun schwere Konsequenzen. Am Freitag hat der DFB-Kontrollausschusses die Sperrung der Südtribüne und eine Geldstrafe von 100.000 Euro beantragt. ,,Eine derartige Verunglimpfung und Diffamierung von einzelnen
Personen und Vereinen durch Transparente und Schmähgesänge ist nicht
hinnehmbar und muss konsequent sanktioniert werden”, sagte Anton
Nachreiner als Vorsitzender des DFB-Kontrollausschusses am Freitag.

BVB-Anhänger hatten RB-Leipzig-Offizielle und den
Verein insgesamt auf Spruchbändern und mit Gesängen massiv beleidigt
und diffamiert. Die Verhandlungen würden wohl bereits in der kommenden Woche stattfinden. Ganz schlecht für die Borussia ist natürlich die Bewährung, die bis zum 31.05.2017 gültig ist. Auf Bewährung spielte man aufgrund von verschiedenen Vergehen, wie das zünden von Pyrotechnik im Pokalfinale 2016.

Die Bewährung wird durch den Bruch nun widerrufen. Das würde für die Dortmundern Südtribüne die Sperrung zweier Unterränge bedeuten.




Über den Redakteur

Niklas Hennemann

Niklas ist fußballbegeisterter Azubi aus Norddeutschland. Aktuell als Groß- & Aussenhandelskaufmann aktiv, will er zukünftig seine Brötchen als Fußball-Redakteur verdienen. Niklas hat die Entwicklung der Roten Bullen von Anfang an begeistert verfolgt.

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