Exklusives Spieltag

EXKLUSIV: René Adler im Interview

Kyriakos Papadopoulos (Hamburg), Bullenblog-Gesprächspartner und HSV-Torwart Rene Adler (m.) u8nd Mergim Mavraj bejubeln das 3:0 der Hanseaten in Leipzig. Foto: PICTURE POINT / Sven Sonntag.

Er ist gebürtiger Leipziger und spielte mit seinem Klub, dem Hamburger SV, erstmals ein Bundesliga-Spiel in seiner Heimatstadt: Torhüter René Adler (32). Nach dem 3:0 (2:0)-Erfolg des HSV sprach der frühere Nationalkeeper (zwölf Länderspiele für Deutschland) EXKLUSIV mit Der Bullenblog.

Der Bullenblog: Herr Adler, Ihr erstes Bundesligaspiel in Leipzig. Hätten Sie erwartet, dass der Erfolg so deutlich ausfällt?

René Adler: Nein, erwartet nicht, erwünscht natürlich schon, so ist es umso schöner, dass es geklappt hat. Mit dem Ergebnis hat keiner gerechnet. Wir haben uns im Vorfeld schon die ein oder andere Chance ausgerechnet, weil wir einen guten Plan mitbekommen haben. Wir wussten: Wir können versuchen, schön zu spielen, dann verlieren wir oder wir spielen einfach und rigoros und dann haben wir eine Chance, zu gewinnen. Das haben wir umgesetzt und ich freue mich, dass es geklappt hat.

Der HSV wirkte heute sehr effektiv, stark im Abschluss, war das der Schlüssel zum Erfolg?

Adler: Man weiß ja, wenn man gegen Leipzig spielt, dass die rigoros pressen. So darf man gar nicht erst in diese Pressingsituationen kommen, das haben wir fantastisch gemacht. Wir haben mit Bobby (Wood, d. Red.) einen Spieler, der vorn die Bälle gut halten kann, mit Nico (Nicolai Müller / zwei Torvorlagen, d. Red.) und Filip (Kostic, d. Red.) zwei hervorragende Spieler auf den Außenpositionen, dazu haben wir heute eine bessere Chancenverwertung gezeigt, als noch zuletzt.

Wie war es für Sie persönlich, als Leipziger in dieses 2006 erneuerte Stadion zu kommen?

Adler: Ich habe mich natürlich schon gefreut, es ist natürlich immer irgendwo ein komisches Gefühl. Ich bin vor 17 Jahren losgezogen, um Bundesliga-Profi zu werden, ich hätte nicht gedacht, dass es nochmal klappt, dass ich hier ein Bundesligaspiel machen werde und bin deshalb froh, dass ich nochmal in Leipzig spielen durfte. Dass es dann mit einem Sieg für uns endet, ist fantastisch. Ein wunderschöner Tag.

Nach dem 1:0 ist Papadopoulos zur Leipziger Bank gerannt…

Adler (lacht): Mir hat er gesagt, er wollte damit nur zeigen, dass er ein bisschen mehr Krafttraining gemacht hat…

Zwei Tore nach Eckbällen, ist das die neue ,,Waffe” des Hamburger SV?

Adler: Ja, es wird auch Zeit! Ich habe eine Statistik gelesen, die uns auf dem letzten Platz bei Torgefährlichkeit nach Standards gezeigt hat, schlechter geht es dann wohl nicht…. Spaß beiseite: Wir hatten schon vorher eine enorme Kopfballstärke, momentan ist es so, dass wir ein bisschen Rückenwind haben, dass wir mit einem anderen Selbstverständnis zu einem ruhenden Ball hingeht und das Ding dann reinpfeffert.

Ein Wort noch zu Walace, der sich auch mit einem Tor belohnt hat…

Adler: Es freut mich für ihn, es war sicher nicht einfach für ihn, er hat heute Morgen bestimmt einen Schock gekriegt, als er gesehen hat, dass es in Leipzig schneit. Der Junge ist noch nicht lange da und dann so ein Spiel abzuliefern, das zeigt seine Klasse. Wir sind froh, dass er bei uns ist.

 

 




Über den Redakteur

Carsten Germann

Carsten Germann ist studierter Medienwissenschaftler und Germanist. Seit 1. Januar 2017 betreut er den Bullenblog als leitender Redakteur. Zudem schreibt der Wahl-Hamburger als freiberuflicher Sportjournalist für BWIN Fußball, SPORT BILD und WahreTabelle, ist zudem Autor mehrerer Bücher über die Fußball-Bundesliga und die englische Premier League.

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