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Erfolg gekauft ? Angst vor “Hoffenheimer Rückrundeneinbruch”

Erfolgscoach Ralf Rangnick führte neben RBL auch 1899 Hoffenheim und den SSV Ulm in die Bundesliga. Foto: GEPA pictures/ Felix Roittner

Im Anschluss an die fantastische Hinrunde, die am Samstag gegen Frankfurt enden wird, der ersten Bundesligasaison der Leipziger Bullen steht der RBL auf dem zweiten Tabellenplatz. Nur drei Punkte trennen die Leipziger vom großen Meisterschaftsfavoriten aus München, das liegt nicht zuletzt daran, dass es den Bullen gelang, im Durchschnitt fantastische 2,25 Punkte pro Spiel zu ergattern.

Gerne wird behauptet, es läge nur am ausgegebenen Geld aus der Sommerpause im Vorfeld der Saison. Wird es einen ähnlichen Absturz geben wie bei Hoffenheim 2008/2009? Schließlich war damals Ralf Rangnick entscheidend am Hinrundenerfolg der Sinsheimer beteiligt.

Leipziger Erfolg nur gekauft ?

Für viele Experten ist die aktuelle Platzierung und die Punkteausbeute der Leipziger bereits jetzt das Highlight der laufenden Saison. Andere sind wenig begeistert von einem Verein, der “keine Tradition” habe und verweisen auf das viele Geld, das geflossen sei, um den Leipziger Erfolg zu erkaufen. Schließlich sei es ja überhaupt keine Kunst, mit so viel Geld oben in der Bundesliga Tabelle zu stehen.

Auch Max Eberl, Sportdirektor der Borussia aus Mönchengladbach, äußerte sich nach dem RBL-Sprung an die Spitze im November, “man sollte aufhören, von einer Überraschungsmannschaft zu reden.” Richtigerweise berichtet er von 100 Millionen Euro, die in den Kader flossen in den den letzten Jahren. Die Leipziger Vereinsführung hingegen verweist gerne auf neun Mann, die auf dem Platz standen, die bereits in der zweiten Liga im Trikot der Roten Bullen aufliefen. Und es ist tatsächlich so: Von den elf Mann, die die meisten Minuten in den Reihen der Leipziger absolvierten, waren neun auch schon in der zweiten Liga feste Größen im Kader.

Diesem Zwiespalt nähert man sich am besten mit einer sachlichen und überprüfbaren Bewertung. Man schaut, wie teuer die Spieler waren, die für die Tabellenplatzierung am meisten geleistet haben. Gewichtet wird das ganze dann noch in Einsatzminuten. Auf diese Weise ist es möglich, herauszufinden, wie viel die Elf im Durchschnitt gekostet hat.

Durch diese Berechnung kommt man auf folgendes Ergebnis:

  • Spielerdurchschnitt: 3,88 Millionen Euro
  • Teamdurchschnitt: 42,63 Millionen Euro

Berechnet wurden diese Werte mit den Transferablösen bei Transfermarkt.de.

Um es einfacher zu machen, könnte man auch lediglich die Spieler nehmen, die am meisten für die Bullen auf dem Rasen standen, hierbei gäbe es eine kleine Abweichung. Die Summe würde 44,4 Millionen Euro betragen.

Selbstverständlich funktioniert das Ganze auch bei anderen Bundesliga-Vereinen, die obere Tabellenhälfte würde wie folgt aussehen:

  1. FC Bayern München – 196,3 Millionen €
  2. Borussia Dortmund – 89,7 Millionen €
  3. VfL Wolfsburg – 83,1 Millionen €
  4. Bayer Leverkusen – 82,9 Millionen €
  5. Borussia Mönchengladbach – 46,5 Millionen €
  6. RasenBallsport Leipzig – 42,6 Millionen € 
  7. Hamburger Sportverein – 42,1 Millionen €
  8. FC Schalke 04 – 36,1 Millionen €

Ralf Rangnick und die Rückrunde

Von glühenden Leipzig-Gegnern wird immer wieder gerne auf die Saison 2008/2009 verwiesen, als 1899 Hoffenheim mit Coach Ralf Rangnick in der zweiten Saisonhälfte völlig einbrach, obwohl man nach einer grandiosen Hinserie den ersten Platz belegte. Am Ende blieb nur der 7. Platz – und damit nicht einmal eine Teilnahme am internationalen Geschäft. Einer solch jungen Mannschaft kann gegen Ende der Saison durchaus mal die Kondition oder Konzentration verloren gehen. Leipzig pflegt ein sehr laufintensives Spiel.

Neben dem Sinsheimer Einbruch gab es einen weiteren Rückrunden-Bruch unter Rangnick, denn in der Aufstiegssaison in die zweite Liga mit den Bullen kamen die Leipziger nach einem Acht-Punkte-Vorsprung noch einmal ins Schwimmen. Zur genauen Beurteilung der Rangnick Mannschaften und darüber, ob er immer in der zweiten Saisonhälfte abstürzten,  muss man sich mehr als nur diese beiden Spielzeiten anschauen.

Rangnicks Stationen als Chefcoach über eine ganze Saison waren SSV Reutlingen 1995/1996; SSV Ulm 1997/1998; VfB Stuttgart 1999/2000; Hannover 2001/2002-2002/2003; Hoffenheim 2006/2007-2009/2010 und RBL 2015/16.

Seine Teams erreichten im Durchschnitt 29,6 Punkte in der Hinrunde. In den Rückserien waren es 28,1 Punkte. In den Saisons, in denen er ausschließlich Sportdirektor war und nicht Trainer, gab es in den Hinserien 36,2 Punkte durchschnittlich und in den Rückrunden 36,2 Punkte.




Über den Redakteur

Niklas Hennemann

Niklas ist fußballbegeisterter Azubi aus Norddeutschland. Aktuell als Groß- & Aussenhandelskaufmann aktiv, will er zukünftig seine Brötchen als Fußball-Redakteur verdienen. Niklas hat die Entwicklung der Roten Bullen von Anfang an begeistert verfolgt.

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