Spieltag

GisToll statt blutleer– Dieser HSV ist noch lange nicht am Ende

Halle, 25.10.2016: Im Erdgas Sportpark feiern HSV-Trainer Markus Gisdol und Doppel-Torschütze Bobby Wood das 4.0 im Pokal beim Halleschen FC. Foto: PICTURE POINT / Sven Sonntag.

Es ist in jedem Spätsommer das gleiche in Hamburg: Der HSV rüstet seinen Kader auf, startet schlecht bis sehr schlecht in die neue Bundesliga-Saison, entlässt den Trainer und bringt die Berufs-Kritiker und ewigen Pessimisten, die den „Dino“ der Liga – als einziger Klub von 1963 stiegen die Hamburger nie ab – auf den Plan. Dann gibt es meist herbe Kritik an der Transferpolitik und an der Außendarstellung des Clubs und derbe Schlagzeilen wie „Ein Verein schafft sich ab“ oder „Ein Club zerstört sich selbst (nach dem 2:5 gegen Borussia Dortmund im November 2016).

Nach dem 1:3 im direkten Duell im Abstiegskampf beim FC Ingolstadt wurden erneut mediale Grabreden auf das Bundesliga-Gründungsmitglied, welches noch nie abstieg, gehalten. Das war vor zehn Tagen. Inzwischen stehen ein 1:0-Erfolg gegen Bayer 04 Leverkusen durch ein Tor des Ex-Leipzigers Kyriakos Papadopoulos und ein 2:0 im Pokal-Achtelfinale gegen den 1. FC Köln auf der Hamburger Haben-Seite. Fußball BILD (Donnerstagsausgabe) sieht den HSV „plötzlich GisToll“ – statt bisher wohl blutleer.

„Jeder für jeden“ ist das neue Motto beim HSV

Der 47-jährige Schwabe Markus Gisdol ist der Macher des HSV-Aufschwungs, seine Methodik scheint das Team nicht nur zu erreichen, sondern zu beflügeln. „Er sorgt auf dem Platz und außerhalb des Feldes für Klarheit, das hilft der Mannschaft“, sagt der neue HSV-Sportdirektor Jens Todt über den Coach. Der Europameister von 1996: „Man sieht eine Handschrift und eine Grundordnung auf dem Platz. Es wird taktisch sehr viel gearbeitet. Unsere Offensivspieler arbeiten defensiv gut mit, stellen sich in den Dienst der Mannschaft.“

Papadopoulos schlägt ein

HSV-Keeper René Adler (32), ein gebürtiger Leipziger, sagt: „der Trainer handelt absolut nach seinen Prinzipien und lässt sich von niemandem reinreden.“ Und er hatte keine Angst vor großen Namen im Team. Abwehr-Rüpel Emir Spahic (36) wurde aussortiert, Kyriakos Papadopoulos (24) im Winter von RBL verpflichtet. „Der Existenzkampf des Hamburger SV hat endlich ein Gesicht“, jubelte DIE WELT nach Papadopoulos‘ Energieleistung gegen Leverkusen.




Über den Redakteur

Carsten Germann

Carsten Germann ist studierter Medienwissenschaftler und Germanist. Seit 1. Januar 2017 betreut er den Bullenblog als leitender Redakteur. Zudem schreibt der Wahl-Hamburger als freiberuflicher Sportjournalist für BWIN Fußball, SPORT BILD und WahreTabelle, ist zudem Autor mehrerer Bücher über die Fußball-Bundesliga und die englische Premier League.

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