Aktuelle News Fussballwelt

Hasenhüttl kontra Van-Basten-Pläne

Fußball ohne Abseits? Für viele Fans undenkbar, für FIFA-Direktor Marco van Basten scheinbar nicht. Archivfoto: GEPA pictures / Red Bull Content Pool.

Mit seinem Vorstoß in SPORT BILD (aktuelle Ausgabe), die Verlängerung durch ein Shoot-out mit Dribbling auf den Torhüter aus 25 Metern Torentfernung zu ersetzen, das Abseits abzuschaffen und die Gelben Karten durch Zeitstrafen zu ersetzen, hat der Technische Direktor der FIFA und frühere Weltklasse-Stürmer Marco van Basten (52) für Verwunderung in der Fußballwelt gesorgt.

RB-Trainer Ralph Hasenhüttl (49) gehört sicher nicht zu den Befürwortern von van Bastens Vorschlägen. Das äußerte der Coach der Roten Bullen gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Lediglich die Zeitstrafen könnte sich der Österreicher vorstellen: „Das ist das einzige, das wirklich auch hilft. Wenn ein Konter durch ein taktisches Foul gestört wird, dann würde eine Fünf-Minuten-Zeitstrafe wesentlich mehr helfen als eine Gelbe Karte, die dann zwei oder drei Spieltage später erst dem Gegner schadet.“

Anderen Ideen, die jüngst FIFA-Direktor Marco van Basten formuliert hat, kann Hasenhüttl deutlich weniger abgewinnen. Van Basten hatte wegen der Mega-WM 2026 mit 48 Mannschaften unter anderem vorgeschlagen, nach jedem Gruppenspiel bei Gleichstand einen Sieger zu ermitteln, indem fünf Spieler jeder Mannschaft im Wechsel aus 25 Metern auf den Torwart zulaufen. Auch die Abschaffung der Abseitsregel, die nach dem Dafürhalten des Europameisters von 1988 angeblich immer komplizierter würde, regte van Basten in diesem Gespräch mit dem Sportmagazin aus Hamburg an.

Hasenhüttl: Unentschieden muss bleiben

„In Amerika kann man sich nicht vorstellen, dass man sich 90 Minuten alles abverlangt und dann mit einem Unentschieden nach Hause geht. Ich kann einem Unentschieden trotzdem viel Positives abverlangen“, sagte Hasenhüttl am Donnerstag während einer Pressekonferenz in Leipzig. Auch, zumal dieses Shoot-out-Experiment zu Beginn der Achtzigerjahre in der (inzwischen längst reformierten) US-amerikanischen Profi-Liga gespielt wurde – und sich im internationalen Fußball nicht durchsetzen konnte.

Hasenhüttl sieht es wohl eher so wie eine Vielzahl der Fußball-Fans, für die auch die für 2026 beschlossene WM-Erweiterung kein Glücksgriff ist: „Ich bin kein Freund von solchen radikalen Maßnahmen.“

Eine Abschaffung des Abseits hält der RBL-Coach für einen Fehler. Seiner Einschätzung nach, weil im modernen Fußball zu vieles an der über die Abseitsfalle definierten Taktik hänge.




Über den Redakteur

Carsten Germann

Carsten Germann ist studierter Medienwissenschaftler und Germanist. Seit 1. Januar 2017 betreut er den Bullenblog als leitender Redakteur. Zudem schreibt der Wahl-Hamburger als freiberuflicher Sportjournalist für BWIN Fußball, SPORT BILD und WahreTabelle, ist zudem Autor mehrerer Bücher über die Fußball-Bundesliga und die englische Premier League.

Kommentar posten...

Kommentar posten...