Aktuelle News

Leipzig fordert BVB zum Handeln auf

In der Kritik: BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke (l., mit CFC-Sportdirektor Stephan Beutel ). Archivfoto: PICTURE POINT / Kerstin Kummer.

Die Abneigung gegen RB Leipzig erreichte beim Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund am Samstagabend (0:1) eine neue Dimension, einen neuerlichen Tiefpunkt. Selbst vor Kindern und Familien machen Randalierer in Dortmund nicht halt. Der BVB will die Vorkommnisse vor dem Bundesliga-Topspiel gegen RB Leipzig aufarbeiten, die Leipziger Verantwortlichen fordern indes weitreichende Konsequenzen. Die Vereinsführung des achtmaligen Deutschen Fußballmeisters um Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke (57, / „Hier wird Fußball gespielt, um eine Getränkedose zu promoten“) und Vereinspräsident Dr. Reinhard Rauball (70) sei nun in der Verantwortung, hieß es am Sonntagmittag aus Leipzig.

„Wir erwarten von Herrn Watzke und Herrn Rauball, dass diese von mehreren Tätern verübten Vorfälle – die diese Saison erstmals unsere Fans betrafen – lückenlos im Interesse der gesamten Bundesliga aufgeklärt werden“, hieß es in einer Mitteilung des Bundesliga-Zweiten, die Der Bullenblog ebenfalls erhielt, am Sonntag.

Greift der DFB ein?

„Die Übergriffe von Dortmunder Fans gegen gegnerische Zuschauer, gegen die Polizei, aber auch Beleidigungen und Straftaten gegen Kinder und Frauen sind nicht tragbar und beschämend für ganz Fußball-Deutschland“, hieß es in der RB-Mitteilung. Mit ähnlich deutlichen Worten distanzierte sich die BVB-Führung nach dem 1:0-Sieg von den Ausschreitungen Dortmunder Hooligans: „Borussia Dortmund bedauert zutiefst, dass es zu Ausschreitungen auf dem Anreiseweg der Fans aus Leipzig gekommen ist. Der BVB verurteilt diese Gewalt auf das Schärfste!“ Dies der Wortlaut einer am Sonntagmittag auf der offiziellen Homepage des Vereins veröffentlichten Mitteilung. Wie konkrete Maßnahmen aussehen könnten, war zunächst unklar. Auch ob der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) Ermittlungen aufnimmt, stand nicht fest.

Polizei spricht von ,,extremer Aggressivität und Gewaltbereitschaft”

Es sei eine „eine extreme Aggressivität und Gewaltbereitschaft der Dortmunder Anhängerschaft gegenüber den Gästen festgestellt“ worden, hieß es im Polizeibericht aus Dortmund, „auch kleine Kinder, Frauen oder Familien sind in das Visier der Randalierer geraten.“ Vier Polizisten wurden verletzt. Es seien insgesamt 28 Strafanzeigen wegen Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz, Körperverletzung, gefährlicher Körperverletzung, Landfriedensbruch, Sachbeschädigung, Beleidigung, Widerstand sowie räuberischen Diebstahls gefertigt worden.

Nach Angaben von RB sollen die verletzten Leipzig-Anhänger die Heimreise angetreten haben. Insgesamt waren 8.500 Leipziger Fans zum ersten Auswärtsspiel des Jahres für den Liga-Neuling mitgereist.

Bereits am Samstagabend, aber auch am Sonntagvormittag, als sich die Bilanz der Randale erst klar offenbarte, hatten Experten wie Weltmeister Lothar Matthäus (,,Solche Sachen brauchte der Fußball nicht”) oder Manager-Legende Reiner Calmund (,,Das sind Asoziale, Kriminelle, die so etwas tun”) die Vorkommnisse in Dortmund aufs Schärfste verurteilt.




Über den Redakteur

Carsten Germann

Carsten Germann ist studierter Medienwissenschaftler und Germanist. Seit 1. Januar 2017 betreut er den Bullenblog als leitender Redakteur. Zudem schreibt der Wahl-Hamburger als freiberuflicher Sportjournalist für BWIN Fußball, SPORT BILD und WahreTabelle, ist zudem Autor mehrerer Bücher über die Fußball-Bundesliga und die englische Premier League.

Kommentar posten...

Kommentar posten...