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Martin Kind über RBL: „Die machen das super“

Oliver Mintzlaff (l.) mit RB-Macher Dietrich Mateschitz auf der Tribüne beim Bundesligaspiel gegen Hertha BSC (2:0) am 17. Dezember 2016. Foto: PICTURE POINT / Sven Sonntag.

 

Die Allianz der Bewunderer von RB Leipzig in der Fußball-Bundesliga reicht von Ottmar Hitzfeld (68) über Olaf Thon (50) bis zu Werders Managerlegende Willi Lemke (70). Nun fand auch Hannovers mächtiger Vorstandsboss Martin Kind (72) lobende Worte für den Aufsteiger.

„Die machen das super“, sagte der Unternehmer am Montag am Rande eines Kongresses in Düsseldorf. Dennoch, so Kind weiter, sei das Modell mit RB Leipzig und seinem mächtigen Investor Red Bull im Hintergrund mit Blick auf die ,,50 + 1“-Regelung in der Fußball-Bundesliga, wonach keine einzelne Person mehr als 50 Prozent der Anteile an einem Verein innehaben darf, „ein Umgehungstatbestand.“

Kind plant, Hannover 96, nach dem 1:0 (0:0) gegen den 1. FC Kaiserslautern im Montagsspiel der 2. Liga an der Tabellenspitze, noch in diesem Jahr komplett zu übernehmen. Als Präsident des Stammvereins Hannover 96 hat er dazu einen entsprechenden Antrag bei der Deutschen Fußball-Liga (DFL) vorgelegt. Es gehe um die Komplementär-GmbH zur Hannover 96 GmbH & Co. KGaA, erklärte Martin Kind, der seit Jahren gegen die „50+1-Regelung“ kämpft und damit nicht allein steht.

Die Frage, die die Liga beschäftigt: Wann fällt ,,50 + 1″?

Werder Bremens Vorstandsvorsitzender Klaus Filbry geht davon aus, dass „die Regel in drei bis fünf Jahren fällt“. Auch die Verantwortlichen von Hertha BSC hatten sich mehrfach für die Abschaffung dieser Regelung, die die vollständige Übernahme eines Vereins durch einen (ausländischen) Investor – wie in der englischen Premier League oder in der französischen Ligue 1 gelebter Alltag – verhindert.

Wie schwierig sich die Verhandlungen mit Investoren gestalten, verriet Filbry in Düsseldorf der Leipziger Volkszeitung (LVZ): „„Am Ende waren es immer Menschen oder Unternehmen, die rendite-getrieben waren. Die Gespräche sind nicht weitergeführt worden.“

Nicht nur RBL hat großzügige Mäzene

Sieht man auch 1899 Hoffenheim mit Mäzen Dietmar Hopp (76), den Hamburger SV mit seinem Gönner Klaus-Michael Kühne (79) oder die von den Konzernen Volkswagen und Bayer finanzierten Klubs aus Wolfsburg und Leverkusen ebenso wie Leipzig als „Umgehungstatbestand“ für die „50 + 1“-Regel, so könnte sich schon bald eine Wende abzeichnen. „Wenn jemand das durchklagt, hat er größte Chancen zu gewinnen“, wähnt sich Hannover-Boss Martin Kind zumindest juristisch auf der Siegerstraße.




Über den Redakteur

Carsten Germann

Carsten Germann ist studierter Medienwissenschaftler und Germanist. Seit 1. Januar 2017 betreut er den Bullenblog als leitender Redakteur. Zudem schreibt der Wahl-Hamburger als freiberuflicher Sportjournalist für BWIN Fußball, SPORT BILD und WahreTabelle, ist zudem Autor mehrerer Bücher über die Fußball-Bundesliga und die englische Premier League.

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