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Metzelder: „Dortmund am Ende vor Leipzig“

Trotz meinungsstarker Experten, hier Christoph Metzelder (r.), Lothar Matthäus (m.) und Moderator Sebastian Hellmann (l.) sind die Spiele von RB Leipzig bei SKY keine Quoten-Hits... Archivfoto: PICTURE POINT / Kerstin Kummer.

Ex-Nationalspieler Christoph Metzelder (36) war am Samstagabend live dabei beim 3:0 (2:0)-Erfolg von RB Leipzig gegen Eintracht Frankfurt – und analysierte die Partie in der Red Bull Arena trotz klirrender Kälte messerscharf für SKY.

In einem Interview mit der Leipziger Volkszeitung (LVZ) spricht der Ex-Profi, unter anderem Deutscher Meister 2002 mit Borussia Dortmund und Vize-Weltmeister mit der DFB-Auswahl im gleichen Jahr, über die Roten Bullen und erklärt, warum er die „Traditionsdebatte“ nicht nachvollziehen kann.

Metzelder: Leipzig hat Erwartungen übertroffen

„Leipzig hat eine klare Spielidee. Danach wählen die Verantwortlichen ihre Spieler aus und machen dabei wenige Fehler. Salzburg ist wie ein Farmteam, die Spieler kennen Spielweise und Philosophie, kommen hier her und können sich relativ schnell eingewöhnen“, sagte Christoph Metzelder der LVZ. Seine persönlichen Erwartungen hat die Mannschaft von Trainer Ralph Hasenhüttl (49) bereits übertroffen: „Ich war vor der Saison schon sehr optimistisch. Dass es dann so gut läuft, war nicht zu erwarten. Im Fußball geht es immer darum, den Gegner vor Probleme zu stellen und seinerseits Lösungen zu finden. Ich bin gespannt, ob viele Mannschaften jetzt anfangen werden, sich bewusst hinten rein zu stellen, um dem Leipziger Pressing zu entgehen.“

Für den Europacup ist es nie zu früh…

„Metze“ ist sicher: „Am Ende wird es auf Platz drei oder vier hinauslaufen, Dortmund kommt noch auf Rang zwei“. Für den Sprung auf die internationale Bühne, der mit 39 Punkten und 13 Zählern vor dem Tabellensiebten 1. FC Köln mehr als wahrscheinlich ist, gibt es für den früheren CL-Teilnehmer „keinen richtigen Zeitpunkt“. Metzelders Einschätzung zu Leipzigs Europacup-Chancen: „Bei RB spielen fast ausnahmslos sehr junge, hochtalentierte Spieler, die jetzt auch im Fokus anderer Vereine sein werden. Ob es ein Emil Forsberg, Timo Werner oder Yussuf Poulsen ist, wenn sie in der Europa League oder Champions League dabei sind, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie bleiben.“

In der immer wieder aufkommenden „Traditionsdebatte“ um RB Leipzig hat der ehemalige Legionär von Real Madrid eine klare Meinung: „Der Traditionsbegriff wird nicht ganz richtig diskutiert, weil es nicht darum geht, wie alt ein Verein ist. Tradition im Sinne der Fans heißt, dass es um Vereine geht, die früher erfolgreich waren. Aber wie konnten Vereine vor 50, 60 Jahren erfolgreich sein? Indem sie die besten Spieler hatten. Die besten Spieler haben sie bekommen, weil sie sie besser bezahlt haben oder ihnen eine Arbeitsstelle besorgt haben. Es gab immer Mäzenatentum, zu allen Zeiten. Sportlich tut RB der Liga extrem gut, weil sie auch eine andere Art haben, Fußball zu spielen. Deshalb verfolge ich die Entwicklung mit großem Interesse.“

 




Über den Redakteur

Carsten Germann

Carsten Germann ist studierter Medienwissenschaftler und Germanist. Seit 1. Januar 2017 betreut er den Bullenblog als leitender Redakteur. Zudem schreibt der Wahl-Hamburger als freiberuflicher Sportjournalist für BWIN Fußball, SPORT BILD und WahreTabelle, ist zudem Autor mehrerer Bücher über die Fußball-Bundesliga und die englische Premier League.

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