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Rangnick: „RB-Kritik ist Teil der deutschen Neid-Debatte“

Oliver Mintzlaff, Ralf Rangnick und Florian Scholz im Leipziger Fanblock in Dortmund. Foto: PICTURE POINT / Roger Petzsche.

Dass es der erst 2009 gegründete RasenBallsport Leipzig dank der großzügigen finanziellen Unterstützung des österreichischen Getränke-Multis Red Bull von der Regionalliga bis in die Bundesliga geschafft hat, stößt vielen Fußball-Fans sauer auf.

Und das, obwohl der Etat der Roten Bullen weit unter den Ausgaben der etablierten Klubs der Liga-Spitze liegt und ungeachtet der Tatsachen, dass fast kein Bundesligaverein ohne Konzernfinanzierung auskommt. Bei Bayern München sind es die Allianz-Gruppe und die deutsche Telekom, bei Borussia Dortmund der Energiekonzern Evonik, in Wolfsburg die Volkswagen AG, in Leverkusen der Chemie-Gigant Bayer, in Ingolstadt Audi.

,,Die Deutschen haben ein Problem mit Veränderung”

Da also die Großfinanzierung allenfalls als scheinheiliges Argument durchgeht, ist für RB-Sportdirektor Ralf Rangnick (58) die Debatte um den Verein „in Deutschland in erster Linie Teil einer Neid-Debatte.“

Rangnick betonte, dass es hierbei um ein „grundsätzliches Problem der Deutschen mit Veränderung“ gehe. Der Schwabe: „Deutschland ist schließlich nicht umsonst das Land mit den meisten Lebensversicherungen. Dies zeigt doch ein Stück weit die Grundhaltung der Menschen.“ Denn die progressive Art und Weise des Clubs, die Regeln und Grauzonen des Profifußballs bestmöglich auszunutzen, stößt auf Widerstand.

,,Sehr konstruktives” Treffen in Berlin

Nicht nur weite Teile der Fanszene, sondern auch Vereinsbosse wie Dortmunds Vorstandschef Hans-Joachim Watzke (57) hatten sich kritisch gegenüber dem Vereinsmodell RB Leipzig geäußert. Den Gewaltausbrüchen in Dortmund folgte ein Treffen mit der BVB-Führung in Berlin, welches Rangnick als „sehr konstruktiv“ lobte.

An eine Dauerfehde zwischen den etablierten Klubs, insbesondere Borussia Dortmund, mit dem RBL glaubt Rangnick nicht. Vielmehr habe das Statement gegen Gewalt und für eine friedliche Fankultur im Spiel gegen den Hamburger SV (0:3) dem Verein neue Sympathien gebracht, glaubt der RBL-Macher, der sich als Coach des vom Software-Milliardär Dietmar Hopp finanzierten Clubs 1899 Hoffenheim 2008/2009 ähnlichen Anfeindungen gegenüber sah.

Für Rangnick sind die Unruhen rund um RBL kein Grund, um vom eingeschlagenen Kurs abzugehen: „Erfolgreiches Arbeiten – auch im Fußball – wird anerkannt und respektiert. Ich bin mir sicher, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“




Über den Redakteur

Carsten Germann

Carsten Germann ist studierter Medienwissenschaftler und Germanist. Seit 1. Januar 2017 betreut er den Bullenblog als leitender Redakteur. Zudem schreibt der Wahl-Hamburger als freiberuflicher Sportjournalist für BWIN Fußball, SPORT BILD und WahreTabelle, ist zudem Autor mehrerer Bücher über die Fußball-Bundesliga und die englische Premier League.

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