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Red Bull Arena behindertengerecht

" BARRIEREFREI INS STADION ", Gemeinsame Aktion von Bundesliga, Aktion Mensch und RB Leipzig fŸür Menschen mit Behinderung. Im Bild, v.l.: Axel Ackermann (RB Beauftragter füŸr Fans mit Behinderung) und Maurice Schšönfeld, sehbehinderter RB Fan. , Foto: PICTURE POINT / Roger Petzsche.

300 Plätze für Menschen mit Behinderung

Regelmäßig schlüpft Maurice Schönfeld in sein RasenBallsport-Trikot. Winter- und wetterfest gekleidet führt es ihn kurz darauf in Richtung Red Bull Arena. Per Bimmel, wie die Straßenbahnen in Leipzig genannt werden, eben so wie die meisten anderen RB Anhänger.

Ist ja auch ganz einfach, Richtung Stadion mit eigenem Sitzplatz, deutlich ausgeschildert. Der 41-Jährige ist seit der Saison 2014/2015 bei nahezu jedem Heimspiel der Roten Bullen in der Arena. „Gegen Paris Saint Germain“, blickt der gelernte Koch und Hotelfachmann auf das erste Mal zurück, „vorher war das nicht möglich.“

Es war deshalb nicht möglich, weil Maurice Schönfeld blind ist. Vor 18 Jahren verursachte ein Hirntumor diese Behinderung bei ihm. Aus diesem Grunde benötigt er im Stadion etwas mehr Hilfe als die anderen Zuschauer. Zum Beispiel eine Beschreibung des Spielgeschehens. Das aller erste mal wurde sie gegen PSG gefunkt, als man sich in der Vorbereitung auf die zweite Liga befand.

In einer Vollreportage bereiten die RB-Helfer das Gesehene und Geschehene für Sehbehinderte auf. Nicht wie im Radio, sondern deutlich ausführlicher, so werden Passformen benannt und die Aktionen auf dem Grün werden verortet, auch Choreographien und Farben werden aufs ausführlichste für die Sehbehinderten beschrieben. Insgesamt können 20 Personen dieses Angebot in der Red Bull Arena wahrnehmen.

Irrelevant ist an dieser Stelle die Art der Behinderung, barrierefreie Zugänge und Plätze sind in den deutschen Stadien bis zur dritten Bundesliga Pflicht. Zusätzlich wurde 2006 ein Reiseführer für behinderte Fans Pflicht. Dieser wurde 2014 digitalisiert und erweitert.

20 RBL-Helfer kümmern sich um die Anhänger

Für geistig Behinderte wurde der Reiseführer im Rahmen der Aktion Mensch Kooperation, die am Samstag vor dem Spiel gegen 1899 Hoffenheim (2:1) den Medienvertretern, darunter auch Der Bullenblog, vorgestellt wurdeauch um eine Erklärung in “leichter Sprache” erweitert. Auch bietet er nicht nur über Informationen rund um den Verein und das Stadion, sondern auch über die Stadt, die Anreise und die Plätze in der Arena.

Jürgen Döhringer aus Sinsheim testete und erzählt, dass er in der Bundesliga dahingehend gar keine Probleme habe. „Barrierefreiheit ist Auslegungssache.“ Manche Rampen seien für den ein oder anderen zu steil wie etwa in Dortmund. Geholfen werde den Menschen überall. Auch in Leipzig war alles okay.

„Im europäischen Vergleich können wir selbstbewusst sagen, dass wir sehr, sehr gut sind“, erzählt Bundesliga-Stiftungsvorstand Stefan Kieler, „wir bieten in Deutschland über 3.600 Plätze an.“ Auch in der Red Bull-Arena sind es gut 300 Plätze. Im Oberrang des Sektors A und im Unterrang der Gegengerade befinden sich Plätze, die für Menschen mit Behinderung ausgelegt wurden. „Die Nachfrage ist größer als das Angebot“, sagte Axel Ackermann, Behinderten-Fanbeauftragter von RasenBallsport. „Seit vergangener Saison haben wir eine Warteliste“, fügte er hinzu.

Insgesamt sorgen sich 20 Helfer des Vereins um die Fans. In Leipzig bietet man Gebärdensprache für Hörgeschädigte, einen Hol- und Bringservice und Audiodeskription. Für Maurice Schönfeld ist diese Erfahrung einmalig, erzählt der 42-Jährige.




Über den Redakteur

Niklas Hennemann

Niklas ist fußballbegeisterter Azubi aus Norddeutschland. Aktuell als Groß- & Aussenhandelskaufmann aktiv, will er zukünftig seine Brötchen als Fußball-Redakteur verdienen. Niklas hat die Entwicklung der Roten Bullen von Anfang an begeistert verfolgt.

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