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Red Bull Arena: Stadionkauf und Umbau

Der Bundesliga-Fußball in Leipzig ist ein echter Wirtschaftsfaktor.

Zu den ungeschriebenen Gesetzten bei Red Bull gehört, dass weitreichende Entscheidungen zuvor lange Zeit überlegt werden, ehe sie mit irrsinniger Geschwindigkeit umgesetzt werden.

Hat Dietrich Mateschitz (72) erst einmal einen Entschluss gefasst, dann wird die Umsetzung dessen  in Windeseile zur Ausführung gebracht. Bestes Beispiel: Die Klubgründung des RasenBallsport Leipzig. Ähnlich sieht es jetzt beim Ausbau der Red Bull Arena. Sie soll eine Kapazität von 57.000 Zuschauern fassen, statt wie bisher “nur” 43.000.

Stadion-Übernahme statt Neubau

Nicht nur die Journalisten waren am Morgen nach dem Spiel bei den Bayern überrascht, auch Lokalpolitiker Leipzigs waren seht verwundert über die Einigung in der Stadionfrage zwischen dem Stadionbesitzer Michael Kölmel und den Roten Bullen.

Kurz vor der Pressekonferenz informierte RBL-Boss Oliver Mintzlaff den Leipziger Oberbürgermeister Jung, dass Investor und Verein den Plan haben, die Arena zu kaufen und sich damit gegen einen Neubau entschieden.

Stadt war nicht in Bullen-Pläne involviert

„Die Stadt Leipzig wusste, dass Gespräche geführt werden. Aber involviert sind wir nicht gewesen. Nachdem es eine Einigung gab, sind wir nun im nächsten Schritt direkt beteiligt”, sagt Heiko Rosenthal, Politiker der Leipziger Linkspartei. Er ist zudem Bürgermeister für die Bereiche Umwelt, Ordnung und Sport. Seit das Stadionthema bei RBL aufkam, hatten sich Rosenthal und Jung für einen verbleib der Bullen in der Innenstadt geworben. „Ich habe die Botschaft, dass man sich geeinigt hat, sehr wohlwollend zur Kenntnis genommen.”, so Rosenthal über die Nachricht der geplanten Stadion-Übernahme.

Der 42-jährige Rosenthal ist zudem inoffizieller RB-Beauftragter der Stadt. Dieser neue Posten wird sich in der nächsten Zeit als durchaus notwendig beweisen, denn es wird jede Menge Gesprächsbedarf zwischen der Stadt und dem Verein geben. Auch gibt es an der ganzen Planung einen Haken: Der Millionendeal zwischen Stadioninhaber und Mintzlaff kommt nur zustande, wenn die zuständigen Behörden die Bau-Anfrage zur Erweiterung der Arena genehmigen.

Noch keine Antwort auf Bau-Voranfrage

“Es geht um bauordnungsrechtliche Fragen, inwieweit diese geplante Erweiterung unter Berücksichtigung statischer, infrastruktureller und technischer Regeln zulässig ist”, so Rosenthal. Es seien dazu noch Gutachten zu Statistik und Entfluchtung des Stadions zu erstellen, außerdem spiele der Lärmpegel und die Verkehrsbelastung eine Rolle. „Das wird weiter geprüft. Es gibt es noch keine abschließende Entscheidung durch die Stadt Leipzig”, berichtet Rosenthal zum aktuellen Stand der Prüfungen, die bis Ende Februar beendet sein sollen.

Stadionarchitekt Johannes Zech zweifelt allerdings daran, dass die statische Substanz es ermöglicht, die Kapazität tatsächlich auf 57.000 zu erhöhen. Zumindest nicht ohne größere Eingriffe. Zech hatte bereits den Umbau zur WM 2006 umgesetzt.

Mintzlaff erwartet keine “Deal-Breaker “

Bereits bei der Verkündung des geplanten Kaufes, betonte Mintzlaff, man erwarte keine ,,Deal-Breaker”, sodass es zu einem reibungslosen Ablauf des Deals kommen wird. Es wäre ein Eklat, wenn die Stadt keinen positiven Bescheid ausgeben würde. Rosenthal betont: „Ich sehe es nicht so, dass man uns die Pistole auf die Brust gesetzt hat. Es gibt ein Interesse, das Stadion zu erweitern und es gibt die diesbezügliche infrastrukturelle Prüfung. Wir werden unsere Entscheidung treffen. Wenn wir so weit sind, können wir über die praktische Umsetzung der Stadionerweiterung sprechen.”

Mit der Bestätigung des Bauvorhabens durch die Stadt, müsste im nächsten Schritt die Eintragung des neuen Besitzers durch den Stadtrat genehmigt werden. „RB tritt in das bestehende Vertragsverhältnis ein. Es wird keine Änderung der Verträge geben”, sagt der 42-Jährige. „Auch das, was nicht-öffentlich beschlossen wurde, gilt weiter, denn auch diese Verträge bedürfen der grundsätzlichen Zustimmung des Stadtrates.” , so Rosenthal.




Über den Redakteur

Niklas Hennemann

Niklas ist fußballbegeisterter Azubi aus Norddeutschland. Aktuell als Groß- & Aussenhandelskaufmann aktiv, will er zukünftig seine Brötchen als Fußball-Redakteur verdienen. Niklas hat die Entwicklung der Roten Bullen von Anfang an begeistert verfolgt.

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