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Watzke stichelt in Richtung RBL

In der Kritik: BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke (l., mit CFC-Sportdirektor Stephan Beutel ). Archivfoto: PICTURE POINT / Kerstin Kummer.

Hans Joachim Watzke von Borussia Dortmund hat in dieser Saison endlich ein neues Hobby gefunden: Sticheln gegen den RasenBallsport Leipzig. Regelmäßig teilt er gegen sein neues Feindbild aus. Die Roten Bullen nehmen’s bis dato gelassen, schließlich ist Watzke ja nicht der einzige.

Abwertende Äußerungen gegenüber RBL

In der jüngeren Vergangenheit hat sich Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer des BVB, regelmäßig abfällig über den furiosen Bundesliga-Aufsteiger aus Leipzig geäußert. Man kann behaupten: Er ist einer der größten Kritiker des Leipzig-Konzepts. Spekulativ könnte man an dieser Stelle denken, dass es auch kein Wunder sei, schließlich hat der RBL dem BVB in diesem Jahr die Rolle als Bayern-Jäger weggenommen. Ob es auf lange Sicht so bleibt, werden natürlich erst die nächsten Jahre zeigen.

„Wir brauchen diesen Tabellenführer nicht“, erzählte Watzke im vergangenen November auf der Aktionärsversammlung der Borussia. Dabei betont er aber auch den wichtigsten Aspekt im Fußball, den er und viele andere Kritiker des Öfteren vergessen: „Ich ziehe aber den Hut vor der sportlichen Leistung.“
Auf ähnliche Weise äußerte er sich in der Fußball Bild: ,,Ich mag das zu Grunde liegende Modell von Rasenballsport nicht, aber ich sehe auch immer mit großem Respekt für die sportliche Leistung nach Leipzig. Rangnick und Hasenhüttl sind Top-Leute.“

Einige Rekorde haben die Leipziger bereits nach der Hälfte ihrer aller ersten Bundesliga-Saison gebrochen. Mit elf Punkten vor dem BVB belegt man den zweiten Platz der Bundesliga-Tabelle und das nur mit drei Zähler hinter dem FC Bayern.

Coach Tuchel hält Meisterschaft der Bullen für möglich

Während Watzke den Weg der Bullen sehr negativ verfolgt, traut BVB-Cheftrainer Thomas Tuchel dem Neuling sogar den ganz großen Coup in der ersten Bundesliga zu: „Ich würde sagen, dass Leipzig den exakt gleichen Weg wie Leicester City gehen kann.“

Doch so ganz möchte er sie nicht mit den Engländern vergleichen er hält die Bullen keineswegs für eine „Eintagsfliege. Das ist zu vergleichen mit dem, was letztes Jahr in England passiert ist.“

,,Da ist nichts, aber auch gar nichts historisch gewachsen”

„Bei RasenBallsport, wie sie ja tatsächlich heißen, haben wir das erste Mal – auch im Gegenteil zu Hoffenheim oder Wolfsburg – den Fall, dass da nichts, aber auch gar nichts historisch gewachsen ist“, sagte Watzke. „Da wird Fußball gespielt, um eine Getränkedose zu performen.“ Kritisierte der 57-Jährige das Leipziger Konzept.

Dominik Kaiser konterte bei Sport1 in Richtung Watzke mit Rückblick auf das Hinspiel am 2.Spieltag (1:0 für RBL) : „Ich spiele nicht bei RB, um eine Dose zu performen und stehe auch nicht als Dose auf dem Feld. Dann hätte ja Dortmund ja auch gegen elf Dosen verloren.“

Aber auch Lob gibt es vom Dortmunder Geschäftsführer im kleinen Rahmen. Anfang November 2016 erklärte er in einem Interview: „Beide haben sehr gute Trainer, beide sind im Pokal schon raus und können sich voll auf die Bundesliga konzentrieren. Der Kader von beiden ist sehr, sehr gut zusammengestellt und beide haben den Vorteil, dass sie keine englischen Wochen haben. Das ist schon ein Pfund.“ Mit “beide” sind an dieser Stelle die Roten Bullen und die TSG aus Hoffenheim gemeint, die die Überraschungsteams der Saison sind.

,,Nicht meine Lieblingskonstruktion “

Bereits im August 2016 äußerte sich Watzke im Bezug auf den RBL wenig begeistert: „Ich persönlich freue mich für die Menschen im Osten, dass es dort wieder einen Bundesligisten gibt. Auch wenn man sich sicher wünschen würde, dass bei RB einige Dinge anders laufen.“ Weiter erzählt er: „Dieser Klub ist nicht meine Lieblingskonstruktion und wird auch nie meine Lieblingskonstruktion werden, aber ich habe zu viel Respekt vor den Fans in Ostdeutschland, als dass ich das Ganze in der Öffentlichkeit verurteilen würde.“ Bliebe die Frage: Warum tut er es dann?

Schon zuvor im Mai erkannte er dennoch die großartige Entwicklung der Leipziger an, zumindest in sportlicher Hinsicht: „Mittelfristig wird einer der großen Bundesliga-Vereine seine Startberechtigung in Europa an Leipzig verlieren. Für RB sehe ich schon in der nächsten Saison eine Chance, in die Euro League zu kommen. Mittelfristig ist sicher die Champions League das Ziel.“
Man habe in Leipzig riesige Vorteile gegen über Einnahme schwächeren Klubs. Doch die Ablehnung gegenüber des Klubs Vereins äußerte er bereits im Februar 2013 äußerte. Watzke über das Leipziger Konstrukt: „Der liebe Gott möge es verhindern, dass bald noch Rasenschach Leipzig dazu kommt.“ Selbst 2009 konnte Watzke seine Meinung nicht für sich behalten: „Wollen wir wirklich auf einer Meisterfeier Red Bull Soundso feiern? Ich glaube nicht, dass der deutsche Fußball schon dermaßen amerikanisiert ist“.

Ein Glück, dass in Deutschland Meinungsfreiheit herrscht. Wenn Watzke sich fortan mehr auf seinen Verein konzentriert, als auf seine Kommentare über andere, muss Dortmund sich ja keine Sorgen machen, dass die Roten Bullen ihm und seinen Verein den europäischen Startplatz und den Rang in der Bundesliga wegnehmen.




Über den Redakteur

Niklas Hennemann

Niklas ist fußballbegeisterter Azubi aus Norddeutschland. Aktuell als Groß- & Aussenhandelskaufmann aktiv, will er zukünftig seine Brötchen als Fußball-Redakteur verdienen. Niklas hat die Entwicklung der Roten Bullen von Anfang an begeistert verfolgt.

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