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,,Wollten warten, bis Hass-Banner weg sind”

Die Protestwelle gegen RB Leipzig erreichte in Dortmund eine neue Dimension und einen absoluten Tiefpunkt. Foto: PICTURE POINT.

RB-Sportdirektor Ralf Rangnick (58) hat in einer eigens einberufenen Pressekonferenz am Freitag zu den Vorkommnissen in Dortmund am vergangenen Wochenende Stellung bezogen – und dabei sowohl die Bundesliga-Vereine in die Verantwortung genommen.

Im engeren Verantwortungsbereich der Vereine liegt alles, was innerhalb des Stadions passiert, sagte Rangnick in Leipzig. Daher hätte Borussia Dortmund die gezeigten Hass-Plakate möglichst verhindern müssen. Rangnick relativierte Jedoch: „Die Wege der Banner ins Stadion sind für die Vereine manchmal unergründlich.“ In der Tat: Wie die ARD am Mittwoch am Rande der Pokal-Partie Borussia Dortmund – Hertha BSC (4:3 n. E.) berichtete, sind die Hass-Banner wohl schon einen Tag vor dem Spiel gegen RBL auf der Südtribüne deponiert worden.

„Wir haben ja schon darüber nachgedacht, ob überhaupt angepfiffen wird oder unterbrochen wird, bis sie wieder weg sind“, erklärte Rangnick. Und er legte bezüglich des gegen ihn selbst gerichteten Hass-Plakats nach: „Wenn jemand sehnsüchtig auf meinen nächste Burnout wartet, ist Kritik nicht das richtige Wort. Mich hat es weder betroffen gemacht, noch berührt. Ich habe es nicht registriert.“ Allerdings haben ihn diese persönlichen Angriffe wie schon in Berlin weniger beschäftigt. „Ich fand andere Banner, die da jetzt am Samstag hingen, diskussionswürdiger und deplatziert. Genau darüber haben wir mit Watzke und Rauball gesprochen.“

Zunächst habe man gemeinsam die Wahrnehmung der Ereignisse aufgearbeitet. Da Borussia Dortmund und RB Leipzig sich im nächsten Jahr mindestens zweimal wieder begegnen, sei es wichtig gewesen, den Blick dann nach vorne zu richten.

Rangnick über die Arbeit der Dortmunder Verantwortlichen um Hans-Joachim Watzke (57): „Ich habe großen Respekt, vor dem, was seit 2005 geleistet wurde. Ohne Herrn Watzke und Herrn Rauball wäre der BVB nicht da, wo sie sind. Aber wir haben in den letzten 4,5 Jahren auch nicht viel falsch gemacht.“

RB Leipzig wird gerne für seine abgeschottete Vereinsstruktur kritisiert. Ein mögliches Umdenken hinsichtlich der Aufnahme von Vereinsmitgliedern sei aber überhaupt kein Thema. Ebensowenig befasse man sich mit den sportgerichtlichen Konsequenzen vom Wochenende. „Ich bin Sportdirektor und kein Sportrichter und gehe davon aus, dass sich die zuständigen Stellen damit beschäftigen.“ Borussia Dortmund könnte einen Publikumsausschluss erwarten, wie der DFB-Kontrollausschuss am Freitag in seiner Anklage gegen den Verein einforderte.




Über den Redakteur

Carsten Germann

Carsten Germann ist studierter Medienwissenschaftler und Germanist. Seit 1. Januar 2017 betreut er den Bullenblog als leitender Redakteur. Zudem schreibt der Wahl-Hamburger als freiberuflicher Sportjournalist für BWIN Fußball, SPORT BILD und WahreTabelle, ist zudem Autor mehrerer Bücher über die Fußball-Bundesliga und die englische Premier League.

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